Notdienst

Winterpflege für Hunde und Katzen: Expertenrat vom Tierarzt aus Paderborn

6. Dezember 2025 Tierärztin Dorothea Kornat 9 Min. Lesezeit
Hund im Schnee - Winterpflege für Haustiere in Paderborn

Foto: Unsplash

Winter in Paderborn - Schützen Sie Ihr Haustier!

Die kalte Jahreszeit ist da! Schnee, Eis und Streusalz können für Hunde und Katzen zur Belastung werden. Als erfahrene Tierärztin in Paderborn zeige ich Ihnen, wie Sie Ihr Tier gesund durch den Winter bringen.

Fragen zur Winterpflege? Rufen Sie uns an: 05251/8786101

Warum brauchen Hunde und Katzen besondere Winterpflege?

Viele Tierbesitzer in Paderborn unterschätzen die Herausforderungen des Winters für ihre Haustiere. Kälte, Nässe, Streusalz und die trockene Heizungsluft belasten den Organismus von Hunden und Katzen erheblich.

In unserer Kleintierpraxis sehen wir im Winter häufig:

  • Verletzte und rissige Pfotenballen durch Streusalz und Splitt
  • Erkältungen und Atemwegsinfekte
  • Hautprobleme durch trockene Heizungsluft
  • Magenverstimmungen durch Schneefressen
  • Vergiftungen durch Frostschutzmittel
  • Unterkühlungen bei älteren oder kranken Tieren

1. Pfotenpflege im Winter - Der wichtigste Schutz für Ihren Hund

Die Pfoten sind im Winter besonders gefährdet. Streusalz, Split und Eis können schmerzhafte Verletzungen verursachen.

So schützen Sie die Pfoten Ihres Hundes:

  • VOR dem Spaziergang: Pfotenbalsam dünn auftragen (schützt vor Streusalz)
  • Fell zwischen den Zehen kürzen: Verhindert Schneeklumpen zwischen den Ballen
  • NACH dem Spaziergang: Pfoten mit lauwarmem Wasser abspülen
  • Pfoten kontrollieren: Täglich auf Risse, Rötungen oder Verletzungen prüfen
  • Bei empfindlichen Hunden: Hundeschuhe verwenden (langsam antrainieren!)

Tierarzt-Tipp: Pfotenbalsam selbst herstellen

Natürlicher Pfotenschutz: Mischen Sie Kokosöl mit etwas Bienenwachs und Sheabutter. Diese Mischung schützt die Pfoten auf natürliche Weise vor Kälte und Salz. Rezept und weitere Tipps erhalten Sie gerne in unserer Praxis in Paderborn!

2. Erkältungen bei Hunden und Katzen erkennen und vermeiden

Ja, auch Haustiere können sich erkälten! Besonders gefährdet sind:

  • Welpen und ältere Tiere
  • Hunde und Katzen mit geschwächtem Immunsystem
  • Kurzhaarige Rassen ohne Unterwolle
  • Tiere, die viel Zeit draußen verbringen

Symptome einer Erkältung bei Hund und Katze:

  • Niesen und Husten
  • Nasenausfluss (klar oder eitrig)
  • Tränende Augen
  • Appetitlosigkeit
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Erhöhte Temperatur (über 39°C bei Hunden, über 39,2°C bei Katzen)

Bei diesen Symptomen bitte sofort zum Tierarzt in Paderborn! Aus einer harmlosen Erkältung kann schnell eine Lungenentzündung werden.

So beugen Sie Erkältungen vor:

  • Kürzere, dafür häufigere Spaziergänge bei extremer Kälte
  • Nasse Hunde gründlich abtrocknen - besonders Bauch und Pfoten
  • Zugluft vermeiden - kein Hundebett direkt an der Tür
  • Nicht von warm nach kalt: Hund nicht direkt nach dem Baden rauslassen
  • Luftfeuchtigkeit erhöhen - Heizungsluft trocknet Schleimhäute aus
  • Immunsystem stärken durch hochwertige Ernährung und ggf. Nahrungsergänzung

3. Braucht mein Hund einen Wintermantel?

Diese Frage höre ich in meiner Paderborner Praxis sehr häufig. Die Antwort: Es kommt auf den Hund an!

Diese Hunde profitieren von einem Mantel:

  • Kleine Hunderassen (Chihuahua, Zwergpinscher, Yorkshire Terrier)
  • Hunde ohne Unterwolle (Windhunde, Dalmatiner, Boxer)
  • Kurzhaarige Rassen generell
  • Sehr junge oder sehr alte Hunde
  • Kranke Hunde oder Hunde nach einer OP
  • Hunde mit wenig Körperfett

Diese Hunde brauchen KEINEN Mantel:

  • Nordische Rassen (Husky, Malamute, Samojede)
  • Hunde mit dichtem Fell und Unterwolle (Golden Retriever, Berner Sennenhund)
  • Gesunde, erwachsene Hunde mit normalem Fell bei Temperaturen über -5°C

Tierarzt-Tipp: Wann ist es zu kalt?

Achten Sie auf die Körpersprache! Zittern, eingezogener Schwanz, hochgezogene Pfoten oder das Suchen nach Schutz sind klare Anzeichen, dass Ihr Hund friert. Bei Temperaturen unter 0°C sollten kleine und sensible Hunde einen Mantel tragen.

4. Ernährung im Winter - Brauchen Haustiere mehr Futter?

Der Energiebedarf kann sich im Winter tatsächlich verändern:

Hunde:

  • Aktive Hunde, die viel draußen sind: Benötigen 10-20% mehr Kalorien
  • Wohnungshunde mit weniger Bewegung: Eher weniger Futter (Gefahr von Übergewicht!)
  • Wichtig: Mehr hochwertiges Protein für Immunsystem und gesundes Fell

Katzen:

  • Freigänger: Benötigen deutlich mehr Energie (bis zu 25% mehr)
  • Wohnungskatzen: Gleichbleibende Futtermenge, evtl. sogar reduzieren
  • Wichtig: Ausreichend Flüssigkeit! Trockene Heizungsluft erhöht Wasserbedarf

Individuelle Ernährungsberatung

Jedes Tier ist anders! Für eine individuelle Ernährungsberatung speziell für die Wintermonate vereinbaren Sie gerne einen Termin in unserer Kleintierpraxis in Paderborn. Wir erstellen einen maßgeschneiderten Futterplan!

Terminvereinbarung: 05251/8786101

5. Gefahren im Winter für Hunde und Katzen

🚫 Frostschutzmittel - Tödliche Gefahr!

Lebensgefahr! Bereits kleine Mengen Frostschutzmittel können tödlich sein! Das in Frostschutzmitteln enthaltene Ethylenglykol schmeckt süßlich und wird von Tieren gerne aufgeleckt.

Symptome einer Frostschutzmittelvergiftung:

  • Torkeln, als wäre das Tier betrunken
  • Erbrechen
  • Erhöhter Durst
  • Apathie
  • Später: Krämpfe, Nierenversagen

BEI VERDACHT SOFORT ZUM TIERARZT - JEDE MINUTE ZÄHLT!

❄️ Streusalz und Splitt

Verursacht nicht nur Pfotenverletzungen, sondern kann auch zu Magenproblemen führen, wenn Hunde es beim Pfotenlecken aufnehmen.

🎄 Weihnachtsgefahren für Haustiere

  • Schokolade: Hochgiftig für Hunde und Katzen!
  • Weihnachtsstern, Mistelzweige, Amaryllis: Giftige Pflanzen
  • Lametta und Geschenkband: Darmverschluss-Gefahr bei Katzen
  • Kerzen: Verbrennungsgefahr, niemals unbeaufsichtigt lassen
  • Bratenfett: Kann zu Bauchspeicheldrüsenentzündung führen

6. Winter-Tipps speziell für Katzen

Freigänger-Katzen im Winter:

  • Zugang zu warmen Rückzugsorten immer gewährleisten (Katzenklappe!)
  • Mehrmals täglich füttern - kleine Portionen wärmen von innen
  • Warmes Wasser bereitstellen - gefriert nicht so schnell
  • Isolierte Schlafplätze im Garten oder Schuppen einrichten
  • Vorsicht mit Autofahren: Katzen legen sich gerne an warme Motoren!

Wohnungskatzen im Winter:

  • Luftfeuchtigkeit erhöhen (Schalen mit Wasser auf Heizung)
  • Katzengras anbieten - unterstützt Verdauung
  • Mehr Spieleinheiten - kompensiert fehlende Outdoor-Aktivität
  • Krallenpflege beachten - weniger natürlicher Abrieb

7. Gassi-Tipps für den Winter in Paderborn

So gestalten Sie die Spaziergänge im Winter angenehmer:

  • Sichtbarkeit: Leuchthalsbänder oder -westen nutzen (wird in Paderborn im Winter früh dunkel!)
  • Kürzere Runden: Lieber öfter, dafür kürzer bei extremer Kälte
  • Schneefressen vermeiden: Kann zu Magenverstimmung führen
  • Gestreute Wege meiden: Wenn möglich, Waldwege oder Parks nutzen
  • Nach dem Spaziergang: Gründlich abtrocknen, besonders ältere Hunde

8. Hautpflege im Winter - Gegen trockene Haut

Heizungsluft und Kälte trocknen die Haut aus - nicht nur bei Menschen!

Anzeichen für trockene Haut beim Haustier:

  • Vermehrtes Kratzen
  • Schuppenbildung
  • Stumpfes, glanzloses Fell
  • Hautrötungen

Was hilft:

  • Omega-3-Fettsäuren ins Futter mischen (Lachsöl)
  • Seltener baden - nur wenn wirklich nötig
  • Mildes Shampoo speziell für Tiere verwenden
  • Regelmäßiges Bürsten - verteilt natürliche Hautfette
  • Luftbefeuchter in beheizten Räumen aufstellen

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Winterpflege

Ab welcher Temperatur friert mein Hund?

Das ist sehr individuell! Kleine Hunde und Hunde ohne Unterwolle frieren bereits ab 5-7°C. Große Hunde mit dichtem Fell können auch -10°C gut aushalten. Achten Sie auf Anzeichen: Zittern, Pfoten hochziehen, langsames Gehen.

Darf ich meine Katze bei Schnee nach draußen lassen?

Gesunde, erwachsene Freigänger-Katzen können auch bei Schnee raus - wenn sie möchten! Wichtig: Immer Zugang zu warmen Rückzugsorten gewährleisten. Alte oder kranke Katzen sollten bei Minusgraden besser drinnen bleiben.

Was tun bei eingefrorenen Pfoten?

Niemals mit heißem Wasser behandeln! Betroffene Pfoten langsam mit lauwarmem Wasser auftauen. Bei Erfrierungen (weiße/graue Haut) sofort zum Tierarzt in Paderborn!

Mein Hund frisst Schnee - ist das gefährlich?

Gelegentliches Schneefressen ist meist harmlos. Problematisch wird es bei größeren Mengen: Es kann zu Unterkühlung und Magenverstimmung ("Schneegastritis") kommen. Symptome: Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen. Dann bitte zum Tierarzt!

Welcher Pfotenbalsam ist am besten?

Gute Produkte sind z.B. Vaseline, spezielle Pfotenbalsame mit Bienenwachs oder Kokosöl. Wichtig: Dünn auftragen und einziehen lassen! Wir beraten Sie gerne in unserer Praxis in Paderborn zu geeigneten Produkten.

Brauchen Haustiere im Winter eine Grippeimpfung?

Für Hunde gibt es Impfungen gegen "Zwingerhusten" (Infektionen der Atemwege), die besonders im Winter sinnvoll sein können. Katzen können gegen Katzenschnupfen geimpft werden. Sprechen Sie uns an für eine individuelle Impfberatung!

Fazit: Gut vorbereitet durch den Winter in Paderborn

Mit der richtigen Winterpflege kommen Ihre Haustiere gesund und munter durch die kalte Jahreszeit. Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

  • Pfotenschutz ist das A und O - Balsam, Pflege, Kontrolle
  • Erkältungen ernst nehmen - bei Symptomen zum Tierarzt
  • Mantel bei Bedarf - nicht jeder Hund braucht einen
  • Ernährung anpassen - je nach Aktivitätslevel
  • Gefahren vermeiden - Frostschutzmittel, Streusalz, giftige Pflanzen
  • Gassi-Zeiten anpassen - kürzere, häufigere Runden
  • Hautpflege nicht vergessen - gegen trockene Haut
  • Freigänger-Katzen - warme Rückzugsorte bereitstellen

Ihre Kleintierpraxis Kornat - Ihr Partner im Winter

Fragen zur Winterpflege Ihres Haustieres? Wir sind für Sie da!

Ob Pfotenverletzung, Erkältung oder Ernährungsberatung - in unserer Tierarztpraxis in Paderborn helfen wir Ihnen und Ihrem Liebling durch die kalte Jahreszeit.

Termin vereinbaren ☎ 05251/8786101


Über die Autorin: Tierärztin Dorothea Kornat führt seit über 20 Jahren die Kleintierpraxis in Paderborn und hat umfangreiche Erfahrung in der Winter- und Präventivmedizin für Hunde, Katzen und Kleintiere.

Letzte Aktualisierung: 6. Dezember 2025