Januar-Gefahren für Haustiere: Streusalz, Frostschutzmittel & Winterrisiken
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Achtung Tierbesitzer in Paderborn!
Der Januar ist die gefährlichste Zeit des Jahres für Haustiere! Streusalz, Frostschutzmittel, Erkältungen und Erfrierungen fordern jedes Jahr zahlreiche Opfer. Als Tierärztin in Paderborn sehe ich täglich die Folgen - viele davon wären vermeidbar!
Bei akuten Notfällen erreichen Sie uns 24/7 unter: 05251/8786101
Wussten Sie, dass bereits 2-3 Esslöffel Frostschutzmittel für einen mittelgroßen Hund tödlich sein können? Oder dass Streusalz nicht nur die Pfoten verätzt, sondern auch bei Verschlucken zu schweren Vergiftungen führt?
Die meisten Winterunfälle mit Haustieren passieren im Januar - genau jetzt! Mit den richtigen Vorsichtsmaßnahmen können Sie Ihr Tier vor Schmerzen, Leid und teuren Tierarztrechnungen bewahren.
Streusalz: Die unterschätzte Gefahr für Hundepfoten
Streusalz ist im Januar allgegenwärtig - auf Gehwegen, Straßen und Parkplätzen in Paderborn. Was für uns praktisch ist, bedeutet für Hundepfoten pure Qual und ernsthafte Gesundheitsgefahr.
Warum ist Streusalz so gefährlich?
So schadet Streusalz den Pfoten
- Verätzungen: Salz entzieht der Haut Feuchtigkeit und verursacht chemische Verbrennungen
- Risse und Wunden: Die Pfotenballen werden spröde, rissig und bluten
- Schmerzen: Jeder Schritt tut weh, Hunde lahmen und lecken ständig die Pfoten
- Infektionen: Offene Wunden entzünden sich schnell
- Vergiftung: Beim Pfotenlecken wird Salz verschluckt
Symptome einer Streusalz-Schädigung:
- Hund hebt Pfoten hoch, lahmen, humpeln
- Rote, gereizte Pfotenballen
- Intensives Pfotenlecken
- Winseln beim Laufen
- Bei Verschlucken: vermehrter Durst, Erbrechen, Durchfall
Sofortmaßnahmen bei Streusalz-Kontakt
- Pfoten sofort mit lauwarmem (nicht heißem!) Wasser abspülen
- Gründlich abtrocknen, besonders zwischen den Zehen
- Pfotenbalsam oder Vaseline auftragen
- Bei Rissen oder Blutungen: Tierarzt aufsuchen
- Verhindern, dass der Hund die Pfoten leckt
Frostschutzmittel-Vergiftung: Tödliche Gefahr!
LEBENSGEFAHR!
Frostschutzmittel ist EXTREM giftig für Hunde und Katzen! Der Wirkstoff Ethylenglykol schmeckt süßlich - Tiere trinken ihn daher gerne. Bereits 2-3 Esslöffel können einen 10kg-Hund töten. 1 Teelöffel ist für eine Katze tödlich!
Wo lauert die Gefahr?
- Parkplätze und Straßen: Ausgelaufenes Kühlwasser von Autos
- Garagen: Undichte Frostschutzmittelbehälter
- Pfützen: Verdünntes Frostschutzmittel riecht und schmeckt süßlich
- Autowäsche im Winter: Reste am Boden
Symptome einer Frostschutzmittel-Vergiftung:
Phase 1 (30 Min - 12 Stunden): Torkeln wie betrunken, Erbrechen, vermehrter Durst, Schwäche
Phase 2 (12-24 Stunden): Scheinbare Besserung - TÄUSCHUNG! Gift arbeitet weiter in den Nieren!
Phase 3 (24-72 Stunden): Akutes Nierenversagen, Krämpfe, Bewusstlosigkeit - oft tödlich
NOTFALL: Verdacht auf Frostschutzmittel-Vergiftung
SOFORT zum Tierarzt - jede Minute zählt!
Die ersten 2-3 Stunden sind entscheidend für die Überlebenschance.
☎ 05251/8786101
Kleintierpraxis Kornat - 24/7 Notdienst in Paderborn
Erfrierungen und Unterkühlung bei Katzen
Freigänger-Katzen sind im Januar besonders gefährdet. Viele Besitzer unterschätzen, wie schnell Katzen unterkühlen oder Erfrierungen erleiden können.
Besonders gefährdete Körperstellen:
- Ohrenspitzen - dünn und schlecht durchblutet
- Pfotenballen - direkter Kontakt mit Eis und Schnee
- Schwanzspitze - weit vom Körper entfernt
- Zitzen - bei säugenden Katzen besonders gefährdet
Anzeichen von Erfrierungen:
Symptome erkennen
Stadium 1 (leicht): Blasse, kalte Hautstellen, Schmerzen beim Berühren
Stadium 2 (mittel): Haut wird rot bis blau-violett, Blasenbildung, starke Schmerzen
Stadium 3 (schwer): Schwarze, abgestorbene Hautstellen, kein Schmerzempfinden mehr
Schutz für Freigänger-Katzen im Januar
- Bei Temperaturen unter -5°C: Katze im Haus behalten
- Isolierte Katzenhütte mit Wärmepad im Garten aufstellen
- Katzenklappe nachts schließen
- Warmes, kalorienreiches Futter anbieten
- Wassernäpfe im Freien regelmäßig auf Eis kontrollieren
Pfotenpflege im Winter: So schützen Sie die Pfoten
VOR dem Spaziergang:
- ☑️ Fell zwischen den Ballen kürzen - verhindert Schneeklumpen
- ☑️ Pfotenbalsam auftragen - bildet Schutzschicht gegen Salz
- ☑️ Krallen kontrollieren - zu lange Krallen verhindern Halt auf Eis
- ☑️ Optional: Hundeschuhe bei sehr empfindlichen Hunden
NACH dem Spaziergang:
- ☑️ Pfoten mit lauwarmem Wasser abspülen
- ☑️ Gründlich abtrocknen - auch zwischen den Zehen!
- ☑️ Auf Verletzungen kontrollieren
- ☑️ Pflegebalsam auftragen
Erkältungen und Atemwegsinfekte vermeiden
Ja, Hunde und Katzen können sich erkälten! Im Januar steigen die Fälle von Atemwegsinfekten deutlich an. Besonders gefährdet sind kleine, alte oder bereits kranke Tiere.
Typische Erkältungssymptome:
- Leichte Erkältung: Niesen, laufende Nase, leichter Husten
- Schwere Erkältung: Starker Husten, eitriger Ausfluss (gelb/grün), Fieber über 39,5°C, Atemnot
Wann zum Tierarzt?
Sofort bei:
- Atemnot, schwere Atmung
- Blauem Zahnfleisch oder blauer Zunge
- Fieber über 40°C
- Nahrungsverweigerung länger als 24 Stunden
- Eitrigem Ausfluss
Erkältungen vorbeugen - 10 Tipps:
- Nasse Tiere sofort abtrocknen
- Zugluft vermeiden
- Nicht auf kaltem Boden sitzen lassen
- Spaziergänge bei extremer Kälte verkürzen
- Hundemantel für kleine, kurzhaarige oder alte Hunde
- Warmer Schlafplatz mit Decken
- Immunsystem stärken durch gesunde Ernährung
- Kontakt zu kranken Tieren meiden
- Regelmäßig lüften (aber Tier aus Zugluft fernhalten)
- Stress vermeiden
Schnee und Eis: Versteckte Gefahren
Schnee fressen - harmlos oder gefährlich?
Gefahren beim Schneefressen
- Magenverstimmung: Zu viel kalter Schnee kann Erbrechen und Durchfall auslösen
- Unterkühlung: Große Mengen kühlen den Körper von innen
- Verunreinigter Schnee: Streusalz, Split, Hundeurin, Schadstoffe
- Schneegastritis: Entzündung der Magenschleimhaut durch Kälte
Eingebrochenes Eis - lebensbedrohlich!
EXTREM GEFÄHRLICH!
Halten Sie Hunde von zugefrorenen Gewässern fern!
Jedes Jahr sterben Hunde, weil sie ins Eis einbrechen. Unterkühlung tritt innerhalb von Minuten ein. Vorsicht bei Teichen, Seen, Flüssen (Pader, Lippe) in Paderborn!
Januar-Sicherheits-Checkliste
Täglich:
- ☑️ Pfoten vor und nach jedem Spaziergang pflegen
- ☑️ Fell zwischen Pfotenballen kontrollieren
- ☑️ Freigänger-Katzen auf Kälte-Symptome checken
- ☑️ Wassernäpfe außen auf Eis kontrollieren
Wöchentlich:
- ☑️ Krallen kontrollieren und ggf. kürzen
- ☑️ Fell auf Verfilzungen prüfen
- ☑️ Schlafplatz auf Zugluft überprüfen
- ☑️ Notfall-Apotheke überprüfen
Notfall-Vorbereitung:
- ☑️ Tierarzt-Nummer gespeichert: 05251/8786101
- ☑️ Fieberthermometer für Tiere vorrätig
- ☑️ Erste-Hilfe-Set komplett
- ☑️ Transportbox bereit
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ja, Streusalz kann sehr gefährlich sein! Es verursacht schmerzhafte Verätzungen an den Pfoten, Risse in den Ballen und bei Verschlucken Vergiftungserscheinungen wie Erbrechen, Durchfall und im schlimmsten Fall Nierenversagen. Schützen Sie die Pfoten mit Pfotenbalsam und spülen Sie sie nach jedem Spaziergang ab.
Sofort zum Tierarzt! Frostschutzmittel (Ethylenglykol) ist hochgiftig. Bereits kleinste Mengen können tödlich sein. Die ersten 2-3 Stunden sind entscheidend für die Behandlung. Symptome: Torkeln, Erbrechen, vermehrter Durst, Krämpfe. Bei Verdacht nicht abwarten - rufen Sie uns an: 05251/8786101
Achten Sie auf blasse, kalte Körperstellen (besonders Ohren, Pfoten, Schwanzspitze), die später rot, geschwollen und schmerzhaft werden. Die Haut kann sich dunkel verfärben. Bei Verdacht auf Erfrierungen langsam aufwärmen und sofort zum Tierarzt.
Am besten ist eine Kombination: Vor dem Spaziergang Pfotenbalsam auftragen, nach dem Spaziergang Pfoten mit lauwarmem Wasser abspülen und abtrocknen. Fell zwischen den Ballen kurz halten. Bei sehr empfindlichen Hunden können auch Hundeschuhe helfen.
Ja, Hunde können sich erkälten! Symptome sind Niesen, Husten, laufende Nase, Appetitlosigkeit und Müdigkeit. Besonders gefährdet sind kleine, kurzhaarige, alte oder kranke Hunde. Achtung: Eine Erkältung kann sich zu einer Lungenentzündung entwickeln. Bei anhaltenden Symptomen zum Tierarzt!
In kleinen Mengen ist Schnee fressen meist harmlos. Zu viel kann aber zu Magenverstimmung, Durchfall, Erbrechen und Unterkühlung führen. Besonders gefährlich ist verunreinigter Schnee (Streusalz, Hundeurin, Schadstoffe). Versuchen Sie, exzessives Schneefressen zu vermeiden.
Fazit: Schützen Sie Ihr Haustier vor Januar-Gefahren
Der Januar ist die gefährlichste Zeit für Haustiere. Doch mit den richtigen Vorsichtsmaßnahmen können Sie Ihren Hund oder Ihre Katze vor Verletzungen, Vergiftungen und Erkrankungen schützen.
Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:
- ✅ Pfotenpflege ist das A und O - vor und nach jedem Spaziergang
- ✅ Streusalz vermeiden - Wege ohne Salz wählen, Pfoten abspülen
- ✅ Frostschutzmittel-Gefahr ernst nehmen - bei Verdacht sofort zum Tierarzt
- ✅ Freigänger-Katzen schützen - warme Rückzugsorte, Kontrolle bei Frost
- ✅ Erkältungen vorbeugen - nasse Tiere abtrocknen, Zugluft vermeiden
- ✅ Notfall-Nummer griffbereit - im Zweifel lieber einmal zu viel anrufen
Beratungstermin vereinbaren
Bei Fragen oder Unsicherheiten stehen wir Ihnen in der Kleintierpraxis Kornat in Paderborn jederzeit zur Verfügung. Ihre Tiergesundheit liegt uns am Herzen!
Über die Autorin: Tierärztin Dorothea Kornat führt seit über 20 Jahren die Kleintierpraxis in Paderborn und ist spezialisiert auf Kleintiere. Mit großer Leidenschaft für Tiermedizin betreut sie Hunde, Katzen und Kleintiere in Paderborn und Umgebung.
Letzte Aktualisierung: 27. Dezember 2025